| Hosper den 7 Septr. 76 Liebe Brüder!
Jetzt will ich anfangen bei der Reise wie es uns gegangen hat. In Twisteringen bin ich
bei unse Herman gewesen 3 Stunde wie Euch gewiß bekant ist. In Bremen sind wir 1 tag und
nach[t] gewesen, und haben uns Bremen und den Bleikeller in Bremen mit die Unverwesene
Tothen Leichen besehen, ich glaube 12 oder 13 Leichen waren darin. In Bremerhafen sind wir
1 nacht und ½ tag bei Clemens Brockgertken Pastor gewesen.
Den Samstag um 11 Uhr sind wir mit den Dampfer Donau aus den Hafen gefahren, und das
zum Seegat herein den 1 tag und Nacht über die Nord See, haben wir gutes stilles Wetter
gehabt, bis Sauthempen, auf die Nord See ist eine Frau gestorben, im Wochen mit ihr Kind,
ist mitgenommen nach Sauthempen und dort begraben, 1 Tag haben wir geruhet in Sauthempen,
und dan geht es zum Occean hinein, ein Kind von 4 Jahr ist gestorben mitten auf den Occean
wie gesagt ist, in die Halsbruin.
Von Sauthempen aus haben wir alle Tage Sturm gehabt mit gewalt, so das meisten alle
Passier 3 bis 4 tage See krank waren, den letzten tag vor Newjork haben wir gutes stilles
wetter gehabt, 13 tage haben wir gefahren, wir haben dieses mahl gewiß 15 große Schiffe
gesehen, Seilschiffe und mehre große Dampfers die uns entgegen gekommen sind. 605 Pasier
waren auf den Dampfer, mit die ersten und zweiten Cajüts Leute; 110 Man Schiffleute.
Ein Nacht und ½ tag waren wir in Newjork, und haben uns Newjork besehen, ein verkehr
wie in Newjork mit Handel und wandel, habe ich noch in keine Stadt gesehen, Newjork wie
ich glaube, ist mit eine von die Narhaften Stätte des Erdboden, größer Menschengewühl
habe ich noch nimmer gesehen.
Jetzt gehts auf Teutopolis loß dort habe ich alle meine Kinder gesund und in die beste
Ordnung angetrofen, 14 tage habe wir uns dort Verweilt, um Pferde und Wagen zu kaufen und
alles in Ordnung zu krigen, unse Volbert und unse kleine Anna, haben wir mitgenommen, die
andere 3 Buben haben wir dort gelassen, einen Neuen Wagen und 2 schwere Pferde die jeder 6
Jahr wahren, die beiden Pferde wiegen zusammen 2560 Pfund der Wage wiegt 1050 Pfund unse
Kisten wiegen 1080 Pfund und was wir selbst wiegen haben wir gewiß 1500 Pfund geladen.
Jetzt gehts es loß zur West nach Iowa herein, nach St. Luis das sind 100 Meile sind
wir gefahren 3 ½ tag von St. Luis sind wir auf den Dampfer die Missisipi herauf gefahren
nach Burlington in 3 ½ tag, ich habe nicht gemeint das die Missisipi so breit und so
stark war, die schmalsten stellen ist gewiß 1 Meile breit von Euch bis nach Thüne und
ein Starker strom, von St. Luis bis Burlington, und gewiß bis Dubyack sind keine Berge,
ist es auf jeder seite die Missisipi flach, und 4 Eiserne Brücken wo die Relrot über
geht, haben wir gehabt, von St. Luis bis Burlington die eine bei Burlington und Qunsis und
die andere beiden Stellen weiß ich nicht mehr, die Brücken wurden auf eine Stelle von
ein ander gedret gewiß 75 Fuß von jeder seite, und daß wurde mit Dampfmaschinen gethan,
ich habe noch nimmer solche Kunstbrücken so einfach von Eisen gesehen und gewiß 1
Engeliche lang. Ihr meint Deutsland hätte den vorzug in solche sachen, aber Glaubet es
nicht.
Jetzt geht die Reise von Burlington nach die West Iowa herein. Vierzehn tage haben wir
gefahren von Burlington bis Hosper, des Nachts und des Mittages haben wir immer unse
Pferde bei Farmers im Stall gehabt, da haben wir es nach eingerichtet, bloß die letzte
Nacht 2 Meile von Markus, haben wir in die Plerie geschlafen 25 Meile von Hosper, zum
Mufen gehört sich einen Starken Wagen und ein gut Span Pferde. Auf die Reise haben wir
wenig Deutsche angetroffen meist Amerikaners, aber meist Hern Bauren.
Jetzt sind wir Wilkommen bei Mr. Selig angekommen den 11 Juny auf Sontag nachtmittag,
Mr. Selig hat ein Haus für uns gerentet 2 Meile von sein Haus, von 2 Dol. des Monats die
80 Acker die ich mir letzten Herbst ausgesehen habe, die haben wir uns jetzt gekauft, den
Acker vor 8 ½ Dol. ein Halben Dol. Mehr wie letzten Herbst. Unse Volbert hat 12 Acker
gebrochen, und ich habe neuen Stall gebaut vor die Pferde, der Stall kostet mir an Planken
25 Dol. die 100 Quadratfuß kostet hir 10 und 20 Dol. Jetzt haben wir uns ein Farm
gerentet, in das Nämliche Säschen grade vor Selig über 80 Acker vor ein Jahr, vor den
Dritten. Weitzen, Hafer, Gerste, Korn, und alles, war hir ziemlich gut, nun sind grade vor
der Ernte die Heuschreken gekommen, und haben auf Plätze viel Schaden gethan, und viel
Plätze wenig schade, Selig und Sünd von Selig haben sie wenig schade gethan. Nord von
Selig ist ein gestrig da haben Sie mehr schade gethan.
Mr. Selig hat 187 Bussel Leinsamen gedrösket, Weitsen hat Er noch nicht gedrösket.
Diesen Sommer war es hir alle Billig, Weitzen kostet 60 Sent, Korn 25 Sent das Bussel,
jetzt wegen die Heuschreken ist es etwas gestiegen. Butter kostet diesen Sommer das Pfund
12 Sent. Eier das Dutzt 6 Sent, die andere sachen, so wie Kaffe Suker und Kleidungstücken
sind nicht teuer wie in Illinois. Wir haben uns eine Kuh mit Kalb von 7 tage alt gekauft
vor 35 Dol. 6 Hüner mit Hane vor 1 Dol. 75 Sent. Ein gutes Pferd kostet hir 150 bis 200
Dol. Vor unse haben wir bezahlt vor jeder 100 Dol. in Burlington konten wir vor den einen
150 Dol. wiederkriegen. Liesbets Christine ihr schere haben wir doch mit bekommen, wen Sie
die Schere wieder will so will ich sie ihr wohl schicken.
Die Caunty Mepp oder Karte schicke ich Euch jetzt meine Adres ist so.
Mr. Clemens Langenhorst
Hospers Sheldon
Sioux Obrien County
Iowa
Nord America
ich hoffe das Ihr gleich wieder schreibt das schreiben warten habe ich jetzt gethan;
und dan wie die Früchten ausgefallen sind.
Gesund sind wir alle noch
grüßet Bernd Kotte von uns
Wir grüßen Euch alle Freundlich
Joh. Cl. Langenhorst
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